Schwemmkanal und Dreisesselberg

Durch drei Länder führt diese abwechlungsreiche Radtour, und doch bekommt man die Grenzen fast nicht mehr mit. Entlang des Schwarzenbergischen Schwemmkanals nähert man sich dem Dreisesselberg.

Schwemmkanal und Dreisesselberg

Das gotische Portal des Schwemmkanaltunnels in Hirschbergen ist ein Highlight auf dieser Runde durch drei Länder. Bild: Peham

Von Schwarzenberg folgt man zunächst der Hochwald Mountainbikeroute auf Asphalt aufwärts in Richtung Skigebiet. Bald biegt man in eine Forststraße ein, die nach Holzschlag hinüber und zur Zollhütte Grundseeau hinauf führt. Man passiert die grüne Grenze und rollt gemütlich zum Schwemmkanal. Um 1800 wurde dieser Kanal zum Zweck der Brennholzschwemme über die Große Mühl zur Donau und nach Wien errichtet. Der Kanal ist gut erhalten, und so genießt man die Fahrt auf dem Begleitweg bis zur Siedlung Jeleni/Hirschbergen.

Zwei Jausenstationen, das kleine Kanalmuseum und der 419 Meter lange Tunnel lohnen einen Zwischenstopp. Weiter folgt man dem Kanal bis zu seinem Beginn. Hier erinnert ein Denkmal an den Planer des Bauwerks, Josef Rosenauer. Achtung: Kurz vor dem Denkmal die Forststraße verlassen und geradeaus dem schmalen Steig entlang des Kanals folgen.

Bis zum Grenzübergang nach Bayern bleibt man weiter am beschilderten Forstweg. Von hier geht es leicht ansteigend Richtung Haidmühle. Bei der ersten Straße schwenkt man nach links, passiert eine Siedlung und erreicht auf einer Forststraße bei der Kreuzbachklause die Dreisesselbergstraße. Von hier geht es bergauf zum Parkplatz und zum Dreisesselhaus. Redlich verdient hat man sich neben den Rundblicken vom Dreisesselfelsen auch die Einkehr im Gasthaus.

Ab hier geht es nur mehr bergab. Zunächst bis zum Beginn des Parkplatzes, dann nach links auf einer Forststraße zum asphaltierten Bierstraßl. Auf diesem abwärts und bei der ersten oder zweiten Abzweigung wieder nach links. Immer den Schildern Oberschwarzenberg folgend, erreicht man, zuletzt in rasanter Abfahrt, wieder Schwarzenberg.

Daten und Fakten


Charakteristik: teilweise beschilderte Radtour, meist auf guten Forststraßen, einige Abschnitte auf Asphalt, technisch leicht, längerer Anstieg zum Dreisesselberg, auch mit Trekking- oder Crossbikes möglich; Reisepass nicht vergessen
Zeiten & Höhen: Fahrzeit pur: 4 Stunden 15 Minuten, Distanz: 58 km, Höhenmeter: 1030 Schwarzenberg ( 750 m) – Zollhütte (1020 m) – Jeleni (870 m) – Haidmühle (830 m) – Dreisesselberghaus (1312 m) – Oberschwarzenberg (930 m)
Einkehr: Jausenstationen in Jeleni, Berggasthof Dreisessel, Adalbert Stifter Hof
Karten: Wanderkarte Böhmerwald, Freytag & Berndt Nr. 262
Info: www.boehmerwald.at, www.schw-kan.com, www.dreisessel.com

Der Schwarzenbergische Schwemmkanal

 

Der Schwarzenbergische Schwemmkanal ermöglichte es, Holz aus den abgelegenen Gebieten des Böhmerwaldes abzubauen und bis zur Großen Mühl,  zur Donau und weiter nach Wien zu schwemmen. Die Reichshauptstadt Wien war enorm gewachsen und Brennholz war knapp.

Im Jahr 1789 begann Forstingenieur Joseph Rosenauer im Auftrag des Fürsten von Schwarzenberg mit dem Bau der Triftanlage. Er wollt die Waldbache im Böhmerwald in einem bergabwärts führenden Kanal sammeln und so für die Holztrift nutzbar machen.

Da jedoch am Böhmerwaldkamm die Bäche auf den Nord- bzw. Südhängen in verschiedene Richtungen und somit die einen in das Schwarze Meer und die anderen zur Nordsee fließen musste die kontinentale Wasserscheide überwunden werden. Die Pionierarbeit bestand daher in der Überwindung mittels eines künstlichen Wasserkanals.

Die Geschichte

Zwei Sommer lang errichteten mehr als 1.000 Arbeiter 87 Brücken, 158 Wasserrinnen, 22 Schleusen und 20 Steinwehre. Durch ein System von 27 Zuflussbächen, 2 künstlichen und eines natürlichen Wasserreservoirs (Plöckensteinersee/Plesne jezero) sollte das Wasser gerade in Fluss gehalten werden um die Holzscheiter über die Wasserscheide zu schwemmen.

1791 schwammen dann die ersten Hölzer am Schwemmkanal bis zur großen Mühl und Donau, von wo sie auf Schiffen und Flößen bis Wien befördert wurden. 1824 konnte das kleine Weltwunder mit einer gesamten Länge von 51,9 km zwischen Lichtwasser und Großen Mühl in zwei Bauetappen („alter Kanal 1789-1793 und „neuer Kanal 1821-1824“) vollendet werden.

Während der über 100 Jahre dauernden „goldenen Zeit der Schwemme“ wurden fas acht Millionen Raummeter Holz zur großen Mühl getriftet.

1892 wurde zum letzten Mal auf dem ganzen Kanal geschwemmt. Durch die Verringerung des Brennholzbedarfs aufgrund der zunehmenden Kohleheizung geht die sogenannte „Wiener Schwemme“ zu Ende. Auf tschechischer Seite wurde im 1900 auf Langholz umgestellt und der Schwemmbetrieb zur Moldau wurde erst in den sechziger Jahren eingestellt.